Das Heimathaus

An der Hohen Straße liegt das Heimathaus. Das Haus wurde als Wohn-/Stallgebäude aus Feldbrandziegeln in der münsterländisch-niederrheinischen Bauart erstellt. Das Alter des Hauses ist ungeklärt. Man schätzt das Baujahr auf ca. 1690 (s. Wetterfahne). Damit ist es wohl das älteste Haus im Dorf. Es gehörte immer zu dem nebenstehenden Humberghaus. Mit Hilfe vieler Bürger baute der Heimatverein das Stallgebäude um und richtete als kleines Museum ein.

Durch die korbbogige Endtür gelangt man in den ehemaligen Stallraum. Gegenüber der Eingangstür ist 1982 ein offener Kamin nachgebaut worden. Ein solches Herdfeuer war im 17. Jahrhundert in vielen Dingdener Häusern die einzige Heiz- und Kochstelle. Die Kieselsteine im gepflasterten Rundkreis vor dem Kamin stammen aus dem ehemaligen Kloster Marienvrede.

Auf der Rückseite ist eine kleine Küche eingerichtet.

 

Typisch für die Wohnung einer westfälischen Familie ist die Upkamer über einem niedrigen Keller mit Tonnengewölbe aus Ziegelsteinen gemauert. Die Upkamer diente früher häufig als Schlafraum, heute ist sie als Stube eingerichtet.

Eine Etage höher erblickt der Besucher zunächst das Sofa und den Wohnzimmertisch an der Giebelwand. Im großen Raum stehen ebenfalls zwei Puppen, die die Dingdener Tracht der Jahrhundertwende tragen. Ein alter Webstuhl erinnert daran, dass die Hausweberei in Dingden früher ein wichtiges Gewerbe war. Dieser Webstuhl soll aus der Werkstatt des letzten Dingdener Hauswebers stammen. Die wichtigste Durchgangsstraße des Dorfes trägt daher auch den Namen Weberstraße. Rechts befindet sich das Schlafzimmer aus dem Jahr 1880.Ein solches Schlafzimmer fand man um die Jahrhundertwende in fast allen Wohnhäusern in Dingden und Umgebung.

Unter dem Dach präsentieren sich die eindrucksvollen archäologischen Funde aus Dingden. Zudem sind hier viele Gegenstände zusammengetragen: Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte und zurückgebliebene Stücke des letzten Krieges. Im hinteren Teil sieht man, wie Holzschuhe gefertigt werden. Der Besucher kann die Fertigungsschritte vom Holzklotz bis zum fertigen Klumpen nachvollziehen. Auch der Arbeitsbereich des "Schusters" findet sich hier.

Vor einigen Jahren tauchte in Dingden ein runder Leuchter aus Holz auf. Dieser Leuchter wurde in der Nazizeit für den Tagungsraum der NSDAP angefertigt. Auf dem Leuchter ist der Spruch "Die Neunmalklugen sind die Feinde der Tat." Zwischen den Wörtern befinden sich Ornamente. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es sich dabei um Hakenkreuze handelt, die man nach dem Krieg unkenntlich machen wollte.

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